Geschichte und Denkmäler

GELEGENHEIT ZUR WAHRNEHMUNG DER SCHÖNHEIT

Moravská Třebová wurde um 1257 von Boresch von Riesenburg als typische Kolonisationsstadt mit einem regelmäßigen Grundriss gegründet. Die größte Blütezeit erfuhr die Stadt unter der Regierung der Herren von Boskowitz und des Ladislaus Wellen von Scherotin (1486–1622), als sie das Zentrum der humanistischen Bildung war und den Beinamen mährisches Athen erhielt. Aus dieser Zeit ist auch eines der ältesten Denkmäler der Renaissance nördlich der Alpen - das Schlossportal aus dem Jahre 1492 - erhalten geblieben. Im Zentrum der Stadt können Sie Maßhäuser aus der Zeit der Gotik und der  Renaissance bewundern, die durch die Anzahl der erhalten gebliebenen Artefakte in der Tschechischen Republik keine Analogie haben. Im Gegensatz zu den Maßhäusern wurden die Renaissance-Fassaden durch Brände in den Jahren 1840 und 1844 zerstört, es sind nur mehrere Portale und ein Renaissance-Erker erhalten geblieben. Es sind auch wertvolle Kunstwerke aus der Barockzeit erhalten geblieben; damals waren solche Künstler in der Stadt tätig, darunter J. T. Supper, J. Pacák. Für ihre einzigartige Sammlung von architektonischen Juwelen wurde Moravská Třebová im Jahre 1980 zum städtischen Naturschutzgebiet erklärt. Die Besuchsroute beginnt im Gebäude des Stadtmuseums und endet am Kreuzberg.

DAS SCHLOSS

Frühere Burg aus dem späten 13. Jahrhundert. Zur Neige des 15. Jahrhunderts wurde ihr Umbau zum Renaissanceschloss eröffnet. In den Jahren 1611–1618 wurde es von Ladislaus Wellen von Scherotin um einen Arkadenflügel im Stil der Spätrenaissance erweitert. Bei einem Brand im J. 1840 brannte ein beträchtlicher Teil des Schlosses nieder. Bis zum heutigen Tag sind Renaissancearkaden, der Turm, das im Stil der Frührenaissance erbaute Tor von 1492 und Medaillons von Ladislaus von Boskowitz und Magdalena von Duba erhalten geblieben, die zu den ältesten Denkmalen der Renaissancezeit in der Tschechischen Republik zählen. Seit 1996 befindet sich das Schloss in Renovierung. Auf dem Schloss erwarten Sie 5 Dauerausstellungen - Mittelalterliche Folterkammer, Alchemistenküche des Meisters Bonacino, Schätze von Moravská Třebová, Wie die Menschen auf dem Lande lebten und die geologische Exposition Bunter Planet.
Kontakt: www.zamekmoravskatrebova.cz

DAS MUSEUM

Das Museumsgebäude wurde im Jahre 1906 dank finanzieller Unterstützung des in Trübau gebürtigen reichen Forschungsreisenden Ludwig Holzmeister fertiggestellt.

Das Museum der ägyptischen Prinzessin oder eine Reise um die Welt

Lassen Sie sich zu einer Reise um die ganze Welt verlocken. Die nagelneue Exposition des Museums in Moravská Třebová wird Ihnen so eine Wanderung möglich machen. Erleben Sie die Erregung über das Entdecken von weit entfernter Länder zusammen mit dem Erforscher Ludwig Holzmeister, dem damaligen Mäzen des Museums. Sie werden einzigartige historische Sammlungen erblicken, die er von seinen Reisen mitbrachte. In der Exposition werden Sie Objekten aus Indien, Burma, Tibet oder Japan begegnen. Eine Rarität sind vier Samurai-Schwerter, eines von ihnen sogar mit einer Klinge aus dem 15. Jahrhundert; dieses wird vom japanischen Mönch Komuso geschützt. Samurai-Schwerter gibt es in der Tschechischen Republik in einer Dauerausstellung sonst nirgends zu sehen.

Der Höhepunkt Ihrer Erlebnisse wird die Begegnung mit der ägyptischen Prinzessin Hereret sein, die vor mehr als zweieinhalbtausend Jahren in Theben lebte. Dank der Computertomographie und 3D-Technologie werden Sie ihr wahres Gesicht zu sehen bekommen. Es handelt sich um die erste Mumie in der Tschechischen Republik, bei der die Experten 3D-Visualisierung durchgeführt haben. Es gibt hier natürlich auch den Sarkophag mit der Mumie selbst und mit der Animation ihres Gesichts.

Die einzigartige interaktive Multimedia-Ausstellung, belebt mit  Sound-Effekten bietet Ihnen ein unvergessliches Erlebnis. Gleich nach dem Náprstek-Museum ist dies die größte ägyptische Sammlung in der Tschechischen Republik.

DAS FRANZISKANERKLOSTER UND DIE KLOSTERKIRCHE 

Das Kloster und die Kirche wurden im J. 1690 unter finanzieller Beteiligung des Inhabers der Herrschaft Johannes Andreas Liechtenstein fertiggestellt und dem hl. Josef gewidmet. Es handelt sich um ein schlichtes Gebäude, das an die strengen Bauten des Kapuzinerordens in der Barockzeit erinnert. Die Kirche mit der Seitenkapelle des hl. Peter hat acht Altäre. Das bedeutendste Kunstwerk ist die Statue des hl. Josef aus dem J. 1712 über dem Klostereingang, das Werk des Bildhauers Georg Anton Heinz. Im Kloster befindet sich eine historische Bibliothek mit wertvollen Bänden. Auf dem Innenhof des Klosters kann man historischen Brunnen aus dem J. 1704 erblicken. Gegenüber der Kirche befindet sich das Frauenkloster aus dem J. 1845, welches das Institut für die Ausbildung junger Frauen beherbergte.

STADTMAUERN, BASTEIEN, RESTE DER BEFESTIGUNGSANLAGEN 

Die Befestigungsanlage stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert, ursprünglich bestand sie aus einem Graben, einer niedrigeren Innenmauer und einer höheren Außenmauer, elf Basteien und Stadttoren. Bis zum heutigen Tag sind nur noch Fragmente der Mauern und drei Basteien erhalten geblieben.

BÜRGERHÄUSER 

Im zentralen Bereich der Stadt ist ein einzigartiges Komplex von Bürgerhäusern aus der Zeit der Gotik und der Renaissance erhalten geblieben, die aus Stein und nach großen Stadtbränden im 16. Jahrhundert dann auch aus Ziegeln erbaut sind. Vor allem in den Eingangshallen (sog. Maßhäusern) lässt sich die Schönheit der Grat- oder Rautengewölben, Rippen, Schlusssteine und Konsolen bewundern. Einige Häuser, an deren Erbauung damals auch der Inhaber der Herrschaft beteiligt war, sind mit Portalen versehen, an welchen sich die Wappen der Herren von Boskowitz und Leipa befinden.

DIE PESTSÄULE 

Mitten auf dem Marktplatz befindet sich die Pestsäule, die in den Jahren 1718–20 zum Gedenken der Opfer der Pestepidemie errichtet wurde; durch die Epidemie starben damals rund 900 Menschen, also fast eine Hälfte der Stadteinwohner. Der Autor der Pestsäule und ihrer bildhauerischen  Verzierung ist der Olmützer Bildhauer Jan Sturm.

DAS RATHAUS 

Spätgotischer Bau aus der Zeit um 1520, um 1560 im Renaissancestil umgebaut. Das zweite Stockwerk stammt aus dem J. 1824. Im Gebäude sind Räume mit Kreuz- und Netzgewölben, Schlusssteinen, polychromierten Rippen, Renaissance-Konsolen, steinernen Portalen und im hinteren Trakt eine Arkade mit Sgrafitto-Putz erhalten geblieben. Im Arbeitszimmer des Bürgermeisters, dem früheren Ratsherrensaal, ist die ursprüngliche Freskomalerei Salomos Urteil aus der Zeit um 1560 erhalten geblieben. Eine Kuriosität ist der Rathausturm aus dem Jahre 1521, fertig gebaut im J. 1764, der keine Fundamente hat.

DIE PFARRKIRCHE MARIÄ HIMMELFAHRT 

Die ursprünglich gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert war vom Friedhof und von Kapellen des hl. Anton und der hl. Margarethe. Um 1500 wurde der Friedhof abgeschafft und auf den Kreuzberg verlegt. Nach dem Brand von 1726 wurde die Kirche im Barockstil umgebaut. Im Interieur der Kirche gibt es eine üppige barocke Verzierung, Skulpturen und Malereien, wobei die barocken Statuen des Glaubens und der Hoffnung vom Trübauer Bildhauer J. F. Pacák, dem Schüller des berühmten Mathias Braun, dominieren, Freskomalereien von J. T.  Supper und von dessen Sohn Silvestr, Altarbild von Josef Reinisch, fragmentarisch erhalten geblieben sind die äußeren und die inneren Freskomalereien von J. T. Supper in der Loretto-Kapelle.

LATEINSCHULE 

An der Außenseite über den Fenstern gibt es sieben Steinplatten aus der Renaissancezeit mit lateinischen und griechischen Inschriften. Im Inneren befindet sich ein großer Raum mit einem schönen Gratgewölbe, abgeschlossen mit Konsolen, mit lateinischen belehrenden Inschriften und dem Namen des Schulleiters - Paulus Eckelius und dem Datum 1566.

STEINBRÜCKE MIT HOCHWASSERPLATTEN 

Die Brücke in der Straße Jevíčská bildete Kaskaden von mehreren Teichen, die südlich des Schlosses beginnen und sich bis zum anderen Ende der Stadt in Richtung Nové Sady erstrecken. Am Anfang der Brücke befindet sich die Statuengruppe Abschied von der Jungfrau Maria, die vom Trübauer Bildhauer J. Pacák aus dem J. 1722 stammen soll. Die Statuengruppe soll ein Bestandteil des von der Pfarrkirche bis auf den Kreuzberg führenden Kreuzwegs gewesen sein. Ein Teil der Brücke sind steinerne Platten mit der Beschreibung von zwei großen Hochwasser-Ereignissen von 1663 und 1770, die die Teichdämme durchbrachen und zu Überschwemmungen führten. Die Platten mit Inschriften ließen die Liechtensteiner anfertigen.

DIE TOTENTREPPEN

Es handelt sich um eine überdachte Treppe mit dem Portal, an dem sich die Wappen der Herren von Boskowitz befinden, neben diesen gibt es dort auch die Inschrift  Glückselig sind die Toten, die im Herrn entschlafen. Die Treppe wurde unter der Herrschaft von Johannes von Boskowitz errichtet und führt auf den Kreuzberg.

DER KREUZWEG

Die barocke Statuengruppe Drei Kreuze mit den Figuren der Jungfrau Maria, des hl. Johannes und zweier Engel ist das Werk von J. Pacák aus den Jahren 1730–40. Der Kreuzweg besteht aus vier barocken Kapellen, die um 1723 erbaut wurden und die ein Bestandteil des großen in der Pfarrkirche beginnenden und mit Kalvarie auf Kreuzberg endenden Kreuzwegs gewesen sein sollten.

FRIEDHOFSKIRCHE HL.  KREUZAUFFINDUNG 

In dem aus einer im Empire-Stil erbauten Leichenhalle errichteten Lapidarium gibt es zahlreiche bemerkenswerte Renaissance-Grabsteine vonder Wende des 16. und 17. Jahrhunderts. Es handelt sich vor allem um Grabsteine der Protestanten, die in der Zeit der Rekatholisierung nach dem Weißen Berg beseitigt und zur Pflasterung der Kirche verwendet wurden. Auf dem Friedhof befinden sich auch viele Gräber russischer Emigranten vor allem aus den Reihen des Adels, die in den Jahren 1922–35 im russischen Gymnasium in der Stadt tätig waren. 

Hergestellt 20.9.2007 16:53:23 - aktualisiert 27.9.2013 9:22:44 | gelesen 9969x | ernest
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